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Das schreibt die Presse

Highland-Folk mit Dance Rhythmen von Runrig

Hamburg (dpa) - Glattrasiert, mit wohlfrisiertem Kurzhaar und dezentem, hellblauen Hemd - der Mann könnte ein Programmierer sein. Aber sieht so etwa ein Folk-Sänger aus, zumal noch ein waschechter Highlander? "Folk - das heißt doch nicht: ein alter Mann mit Pfeife im Mund beschwört die guten alten Zeiten", lacht Calum MacDonald, der Songwriter der schottischen Folk-Band Runrig.

"Folk-Rock" betont der 47-jährige MacDonald. Zumindest bei den Konzerten gehe es schon sehr "rocky" zu. Das neue Album "The Stamping Ground" (liegt ab Montag in deutschen Läden) kommt dagegen eher "soft" daher. Es ist das 12. Studioalbum der sechsköpfigen Band, die es als eine Symbiose aus gälisch-keltischer Tradition und moderner Pop- und Rockmusik sieht.

Traditionelle Folkinstrumente wie Dudelsack, Geige und Akkordeon beherrschen die Klänge. Und das moderne Element? Dance Rhythmen mit zarten Elektro-Beats, Loops und Samples spielen in den Song "Running To The Light" hinein. Hier hat der Brasilianer Paul Mounsey mitgemischt.

Doch klar ist: MacDonald findet Musikrichtungen wie Techno zwar höflich "interessant", aber persönlich bevorzugt er eben doch die älteren Kaliber wie Van Morrison und Bruce Springsteen - Songwriter wie er selbst.

Seit 28 Jahren gibt es Runrig. Da hat sich bestimmt viel verändert. "Stimmt", grinst MacDonald, "wir sind dicker, grauhaariger und faltiger geworden." Musikalisch hätten sie sich eher langsam entwickelt. Angefangen hat alles auf dem - gar nicht so flachen - Land: den North West Highlands, sozusagen den äußersten nordwestlichen Zipfel Schottlands. Da spielten die Jungs auf Hochzeiten und zu anderen gesellschaftlichen Anlässen zum Tanz auf. Inzwischen begeistern sie bei ihren Konzerten Tausende.

Mit ihrem neuen Album geht Runrig musikalisch und geografisch zu den Ursprüngen zurück. Denn "stamping ground" bedeutet so viel wie Herkunft, die Wurzeln, wo oder wie jemand aufgewachsen ist.

Wieder gibt es auf der CD Songs, die ganz - wie "Oran" oder "Sabhall Aig Neill" - oder teils auf Gälisch gesungen sind. Eine Minderheitensprache aus den Highlands - und die Muttersprache von MacDonald. Deshalb ist es für ihn die natürlichste Art zu texten. Allein der Klang der Wörter ist wie Musik. "Es steckt eine starke musikalische, kulturelle Tradition dahinter. Außerdem ist das Gälische hervorragend geeignet, um Gefühle zu transportieren",
schwärmt MacDonald.

Mit den gälischen Texten kommt Sänger Bruce Guthrow gar nicht gut klar. Er war vor vier Jahren zu Runrig gestoßen, nachdem Donnie Munro ausstieg - eigentlich, um in die Politik zu gehen. Dass der Wechsel trotzdem reibungslos über die Bühne ging, lag an zwei Dingen: Zum einen übernimmt die rein gälischen Liedparts seitdem Calum MacDonalds großer Bruder Rory. Und zum anderen sagt MacDonald, sei es der Band wichtig gewesen, dass Bruce Guthrow den kulturellen Hintergrund des Gälisch-Keltischen und auch die Musik kannte. Guthrow kommt nämlich aus dem kanadischen Neuschottland.

Gerade die gälischen Texte kommen bei den deutschen Fans besonders gut an, meint MacDonald. Obwohl sie natürlich kaum jemand versteht. Und überhaupt sei das deutsche Publikum dem schottischen sehr ähnlich. "Sie wollen alle mitsingen, Spaß haben, eine tolle Party feiern."

Nur bei einer Sache kann er die Deutschen nicht verstehen: "Ich bin stolz ein Schotte zu sein! Jeder sollte auf seine Nationalität stolz sein." Er sieht zwar auch die Gefahren im Nationalgefühl, aber gerade die jüngeren Deutschen sollten sich nach Meinung von MacDonald allmählich von der Last der Vergangenheit befreien. Gerade weil wir in einer zunehmend globalisierten Welt leben, sei es wichtig, seine eigene Identität zu kennen und seine Individualität zu bewahren. Erst das mache die Menschen für ihn interessant, und nur so könne man auch von anderen Kulturen lernen: "Wenn ich in Hamburg bin, will ich Hamburger treffen und landestypische Dinge erleben - da geh ich doch nicht bei McDonald essen!"

Runrig habe sich - trotz der politischen Ambitionen ihres früheren Sängers - nie vor einen Karren spannen lassen. Auf politischen Veranstaltungen hätten sie nie gespielt, obwohl sich das bei ihren Textinhalten anbieten würde - es geht viel um die Sorgen und Nöte der kleinen Leute, um Landrechte und Unabhängigkeit.

Und so ist dann auch die Antwort auf die Frage, welchen Wunsch der dreifache Vater spontan gern erfüllt hätte, gänzlich unpolitisch: "Ich möchte einen endlos langen Sommertag mit meiner Familie verbringen - mit einer Angel in der Hand."

Web.de, Samstag, 12.05.2001

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RUNRIG steht für eine kraftvolle Mixtur aus keltischer Folklore und melodischem Rock - seit "Play Gaelic", dem 1978 veröffentlichten Debütalbum der 1973 zunächst nur zwecks musikalischem Zeitvertreib gegründeten schottischen Band.
Darmstädter Echo, Donnerstag, 15.04.1999

 
Donnie Munroe

[...] Munroes eigene Werke beseitigen alle derartigen Unklarheiten: In Songs wie "Morning Light" zeigt er sich als schmuseweicher Balladeer, "Irene" ist ein weiterer Anschmachtesong - eine Kategorie, in der er sicherlich Furore machen kann, Welten entfernt allerdings von der kämpferischen Wucht, die etwa "Loch Lomond" auszeichnete. [...]
Darmstädter Echo (Do, 9. März 2001)
> zum Artikel (ca. 68KB)

 
Links

Die offizielle Website von Runrig: www.runrig.co.uk
Die offizielle Website von Donnie Munro: www.donniemunro.co.uk
Die offizielle Website von Bruce Guthro: www.bruceguthro.com

Rückblick: Runrig auf dem Ringfest in Köln mit 10.000 Fans
- Bilder und Bericht -

 
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